40 Jahre Frauenseminare

Eine Institution feiert Jubiläum

Seit 40 Jahren gibt es die Frauenseminare, früher "Hausfrauenseminare" genannt. Eine Jubiläumsfeier schaute zurück auf eine bewegte Zeit.

Begegnung und Bildung

Frauen treffen sich zu Austausch und Information

Bild:Vor 40 Jahren wurden in vielen katholischen Kirchengemeinden die damals so genannten „Hausfrauenseminare“ ins Leben gerufen. Die Idee war, Hausfrauen einen Ort der Weiter¬bildung und der Begegnung zu schaffen. Unter dem neuen Titel Frauenseminare finden diese Treffen bis heute statt, in der Regel einmal im Monat am Vormittag in verschiedenen kirchlichen Gemeindezentren. An jedem Ort gibt es ein Leitungsteam, das die Veranstaltungen vorbereitet und durchführt.

Die erste Frauengruppe traf sich in Wiblingen, wie Roswitha Thiel berichtet, die bei der Gründung dabei war. „Die Themen wurden nach aktuellen Problemen in der Gesellschaft ausgesucht“, erinnert sie sich. Es ging um Kinder, Erziehung, Ehe und um die Frage „Hausfrau oder Arbeit“ – immerhin brauchten damals Frauen noch die Genehmigung ihres Ehemannes, wenn sie arbeiten wollten. Auch „Pille ja oder nein“ und der „Paragraph 218“ waren hoch aktuelle und lebhaft diskutierte Themen. In den alten Programmen finden sich außerdem Titel wie „Erwarten Sie Gäste?“, „Theater unter der Lupe“ und „Europas Kirchen“.

Die meisten Gruppen sind weiterhin aktiv. Sie werden unterstützt durch die Katholische Erwachsenenbildung, früher „Bildungswerk“ genannt. Diese vermittelt Themen und Referenten, unterstützt bei der Werbung, kümmert sich um die Abrechnungen und bietet Fortbildungen für die Leiterinnen der Seminare an. Außerdem gehören ein gemeinsames Treffen für alle Gruppen und eine Studienfahrt zum jährlichen Programm. Wie in den letzten 40 Jahren so seien auch künftig die Frauenseminare ein wichtiges Element der katholischen Erwachsenenbildung, betont der Leiter des Bildungswerk, Dr. Oliver Schütz.

An der Jubiläumsfeier am 27. April 2016 im Gemeindhaus von St. Georg, Ulm, nahmen knapp 100 Teilnehmerinnen teil, darunter viele ehemalige und aktuelle Leiterinnen von Frauenseminaren. Die Vorsitzende der Katholischen Erwachsenenbildung, Hedwig Miller-Saup, dankte den Engagierten für ihr wichtiges Ehrenamt. Neben Information und Austausch würden die Treffen auch dazu beitragen, dass sich Frauen vernetzen und Gemeinschaft aufbauen. Trotz wachsender Anzahl der berufstätigen Frauen sieht sie auch in Zukunft einen Bedarf für diese erfolgreiche Form der Information und des Austausches. Vermehrt nehmen Frauen mit Teilzeittätigkeit, nach Trennung oder im Ruhestand an den Treffen teil. Der Abend klang aus mit einem Auftritt der Musikgruppe WeiberXXang.



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