
Die Goldberg-Variationen schrieb Johann Sebastian Bach (1685-1750) für Johann Gottlieb Goldberg auf Wunsch dessen gräflichen Herren, „dass er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte.“ Auf der sanften Mandoline klingt diese ursprünglich für Cembalo geschriebene Musik exquisit. Was predigt uns Bach nach den Worten Albert Schweitzers? „Stille sein, gesammelt sein.“ Zwei Welten verbinden sich: Sphärisch entzogen und anhebend, aber auch geerdet und immer tiefer sich verankernd. Gleich in der zweiten Variation nehmen wir das Schreiten des Erdenmenschen im Pendelschlag seiner begrenzten Lebenszeit wahr, dabei dann und wann Ineinsfall von irdischer und göttlicher Pilgerschaft. Über uns der „blaue Dom“, von dem Gottfried Keller spricht.
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Der 17. Januar ist der Festtag des Mönchsvaters Antonius. Der Heilige wurde zum Patron derer, die am heimtückischen Antoniusfeuer erkrankten. Die Führung zeigt an Kunstwerken des Museums, wie der Zusammenhang von Krankheit und Heilung gedeutet wurde. Die Heiligen erhielten dabei eine Zuständigkeit für bestimmte Erkrankungen und heilende Wunder.
Bild: Der Mönchsvater Antonius an einem der Pfeiler am Hauptportal des Ulmer Münsters/keb/O.Schuetz
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Auf der Mandoline die Goldberg-Variationen zu spielen, rückt den „Berg“ in Goldberg ins Bewusstsein. Wenn nämlich ein Werk von Bach, das für Cembalo bestimmt war, auf der vierstimmig-achtsaitigen Mandoline interpretiert wird, heißt das wirklich einen Berg zu besteigen. Wie beim Klettern in der Wand Griffkraft der Finger gefordert ist, so hier wirklich schiere physische Kraft und nicht nur jene des Geistes. Und doch will dieser Goldberg in einer behänden Leichtigkeit und schreitend-tänzerischen Geduld bestiegen werden. Wolfgang Steffel schöpft aus seiner Beschäftigung mit der Mandoline eine „Philosophie der leisen Töne“ und gießt sie in die Einladung, die Stille zu wittern.
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Vorschau 14 Tücher (c) keb/Marianne Hollenstein
Die neue Installation von Marianne Hollenstein in der Ulmer Wengenkirche knüpft an die Tradition der Hungertücher an, die in der Fastenzeit in Kirchen aufgehängt werden. Die Zahl 14 verweist auf die Stationen des Kreuzwegs, die traditionell zur Ausstattung einer Kirche und zur Feier der Karwoche gehören. Die modernen Kunstwerke regen zu einer Auseinandersetzung mit Fastenzeit und Passion an.
Begleitveranstaltungen zur Installation in der Wengenkirche:
Führungen „14 Tücher“ mit Dr. Oliver Schütz in der Fastenzeit:
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Foto: Oliver Schütz
Die zwei wichtigsten Kirchen der Christenheit feiern 2026 Jubiläen. Vor 1700 Jahren, 326 nach Christus, gab Kaiser Konstantin den Auftrag zum Bau einer Kirche über dem Grab Jesu in Jerusalem. Im selben Jahr wurde seine Basilika über der Grabstätte des Apostels Petrus in Rom vollendet. Ihr Nachfolger, der heutige Petersdom, wurde 1626 eingeweiht, vor 400 Jahren. Oliver Schütz führt virtuell durch die beiden ihm wohl bekannten Kirchen.
Die zweiteilige Reihe beginnt in Jerusalem. Tod und Auferstehung Jesu sollen sich dort in der Grabeskirche, ursprünglich Auferstehungskirche genannt, ereignet haben. Dieses für Christen bedeutsame Bauwerk und seine bewegte Geschichte wird in Bildern vorgestellt. Ist dies der Ort, an dem sich die zentralen Ereignisse des christlichen Glaubens zugetragen haben?
Der Besuch im Petersdom folgt im Frühjahr 2026.
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Der Hut wurde zum Markenzeichen von Joseph Beuys (Bild: keb/KI)
Joseph Beuys Werke verstörten einst, weil sie den klassischen Kunstbegriff sprengten. Auf unkonventionelle Weise griff er bekannte Motive auf, auch religiöse. Beuys inszenierte eine Fußwaschung und gestaltete eine Kreuzigungsgruppe. So wollte er die spirituelle Energie Christi neu erfahrbar machen. An einigen seiner Aktionen und Werke wird das interessante Verhältnis von Joseph Beuys zur Religion betrachtet.
Hinweis: Eine Kunstfahrt zur Sonderausstellung "Joseph Beuys: Bewohnte Mythen" in Tübingen findet am Freitag, 6. März 2026 statt.
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Im Herbst 2019 wurde das Credo-Musik-Projekt gestartet. Seitdem werden vier- bis fünfmal im Jahr Credo-Vertonungen aus Messen bedeutender Komponisten entlang eingespielter Hörbeispiele vorgestellt und geistlich gedeutet. Als besonderes Klangerlebnis gibt es zusätzlich live gespielte Stücke auf der Mandoline mit charakteristischer Literatur.
Sonntag, 01.03.2026, 14.30 Uhr,
Nikolauskapelle Ulm-Wiblingen (auf dem Friedhof)
Cruzifixus etiam pro nobis
Die Kreuzigung in Messvertonungen verschiedener Epochen
Die expressivsten Vertonungen des Cruzifixus werden meditiert und geistlich gedeutet. Einen Schwerpunkt bilden Fassungen aus Venedig im 16. und 17. Jahrhundert. Organisten am Markusdom, wie Gabrieli, Monteverdi oder Cavalli sind zu hören. In gleicher Funktion vertonte Antonio Lotti das Cruzifixus für vier, sechs, acht und zehn Stimmen. Dazu treten Bearbeitungen von Passionsmusiken zum Leiden und Sterben Jesu auf der Mandoline, gerade von Lotti, aber auch Bach.
Sonntag, 03.05.2026, 14.30 Uhr,
Nikolauskapelle Ulm-Wiblingen (auf dem Friedhof)
Frescobaldi: Meister der Fuge und Bach-Inspirator
Erhebet mit den Gaben auch eure Herzen!
Über seinen Schüler Johann Jakob Froberger bekam Frescobaldi eine besondere Bedeutung für deutsche Komponisten bis hin zu Bach. Der Musikgelehrte Antonio Libanori schrieb: "Mit einer unglaublichen Beweglichkeit der Hand berührte Frescobaldi die Tasten. Die Toccaten spielte er sogar mit verkehrter Hand, d.h. mit der Handfläche nach oben - so beweglich, geschickt und flink waren seine Finger.“ Die Musik zur Erhebung von Wein und Brot, zur Elevatio, wie es lateinisch heißt, ist chromatisch durchsetzt: „Toccata chromaticha per l'elevatione“. Diese und auch eine chromatische Fuge wird auf der Mandoline gegeben.
Sonntag, 05.07.2026, 14.30 Uhr,
Nikolauskapelle Ulm-Wiblingen (auf dem Friedhof)
Die „Messe“ Gustav Mahlers
Lobpreisung des Heiligen Geistes in der Achten Symphonie
„Sehen Sie, das ist meine Messe“, sagte Mahler seinem Freund Alfred Roller mit Blick auf seine Achte Symphonie. Zuvor hatte Mahler erklärt, keine Messe schreiben zu können. Die Dynamik des Schöpfergeistes sah Mahler beim Komponieren: „Der spiritus creator packte und schüttelte und peitschte mich 8 Wochen lang bis das Größte fertig war.“ In nur sechs bis acht Wochen schrieb Mahler seine Symphonie (oder eben seine „Messe“) mit 90 Minuten Aufführungsdauer! Die leisen Töne schätzte der oftmals gewaltig-theatralisch schreibende Mahler durchaus, so dass er die Mandoline in einigen seiner Symphonien im großen Orchester nicht missen wollte, etwa zur Nachtmusik „Andante amoroso“ seiner Siebten.
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Lyrik to go in Tübingen, Foto: Ulrich Mehling
Ich richte mir ein Zimmer ein in der Luft (Hilde Domin)
Wir lesen und besprechen Gedichte von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts oder der Gegenwart. Vorgesehen sind Hilde Domin, Paul Celan, Heinz Piontek, Thomas Bernhard, Ilma Rakusa, Ulla Hahn und Daniela Danz. Eigene Vorschläge können gerne zusätzlich eingebracht werden.
Die weiteren Termine der etwa monatlichen Treffen donnerstagabends werden am ersten Abend vereinbart und sind dann im Sekretariat des HdB zu erfragen: sekretariat@hdb.de
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Der Hut wurde zum Markenzeichen von Joseph Beuys (Bild: keb/KI)
„Bewohnte Mythen“ heißt die Sonderausstellung der Kunsthalle Tübingen über Joseph Beuys. Der bekannte Künstler wollte mit seinen Werken eine moderne Form von Spiritualität erlebbar machen. Sich selbst verstand er als Künstler-Schamane und trat als solcher in Aktionen auf. Durch seine künstlerischen Rituale und Arbeiten wollte er Traditionen des Volksglaubens in die Gegenwart bringen und die Energie der Natur für die Menschen wirksam machen. Auch auf die Dimension des Göttlichen verweist Beuys. Neben einer Führung durch die Sonderausstellung steht ein Stadtspaziergang durch das hübsche Tübingen auf dem Programm.
Hinweis: Zur Vorbereitung findet am Sonntag, 1. März 2026 , 11.30 - 12.30 Uhr eine Bildermatinee zu Joseph Beuys im Bischof-Sproll-Haus Ulm, Olgastr. 137 statt (optional).
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Mephistos (keb/KI)
Der Aberglaube geht vom Wirken dunkler Mächte aus. Welche Spuren der Teufel und seine Helfer in Ulm und in unserer Kulturgeschichte hinterlassen haben, wird bei dieser Führung am Freitag den dreizehnten deutlich. Vom Satan der Bibel zum Mephisto bei Goethe und Klaus Mann – dem Leibhaftigen begegnen wir immer wieder. Bei diesem Rundgang reißen wir Luzifer die Maske vom Gesicht und schicken ihn endgültig in die Hölle.
Hinweis: Mit dem Theater Ulm findet am Sonntag, 26. April 2026 um 18.45 Uhr in der Ulmer Wengenkirche ein Gottesdienst zu „Mephisto“ von Klaus Mann statt, zu sehen in einer Bühnenfassung ab März 2026 im Theater Ulm.
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Flyer
Zu den Angeboten im Flyer "Familie - Erziehung - Leben" geht es hier.
Zu den Angeboten im Flyer "Beziehung - Liebe - Kultur" geht es hier.
Programmheft
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