"Kess-erziehen statt Stress beim Erziehen"

10 Jahre Elternkurse

Seit über 10 Jahren bietet die Katholische Erwachsenenbildung die Elternkurse „Kess-erziehen“ in Ulm und im Alb-Donau-Kreis an. Bisher nahmen 2.000 Mütter und Väter in 200 Kursen teil.

Kesse Erziehungskurse

Bild:Je nach Alter der Kinder gibt es verschiedene Kursangebote:
• „Kess-erziehen: Von Anfang an“ ist für Mütter und Väter von Babys bzw. Kleinkindern und wird gern auch schon während der Schwangerschaft besucht.
• Im Kurs „Kess-erziehen statt Stress beim Erziehen“ treffen sich Eltern mit Kindern zwischen 2 und 12 Jahren.
• Für Eltern mit jugendlichen Töchtern und Söhnen gibt es einen eigenen Kurs mit dem treffenden Titel „Kess-erziehen: Abenteuer Pubertät“.

KESS steht für kooperativ – ermutigend – sozial – situationsorientiert und meint damit Kooperation entwickeln, das Kind ermutigen, seine sozialen Grundbedürfnisse achten und situationsorientiert handeln.

Für viele Mütter und Väter ist es heute selbstverständlich, sich nicht nur im Beruf, sondern auch in ihrer Elternrolle fortzubilden. Manchmal fühlen sie sich bei all ihren vielfältigen Aufgaben auch überfordert, unsicher oder gar hilflos. Erziehungsstrategien, die sie selbst als Kinder erlebt haben, helfen ihnen heute meist nicht weiter. Kinder sollen heute eigenständig, verantwortungsvoll, kooperativ und lebensfroh groß werden. Deshalb suchen Mütter und Väter nach Wegen, mit ihren Kindern partnerschaftlich umzugehen, dabei aber auch die notwendigen Grenzen zu setzen. Es ist ein Balanceakt, der nicht immer leicht fällt.

Hier setzt das Elternangebot „Kess-erziehen“ der Katholischen Erwachsenenbildung an. Es geht um eine respektvolle, wertschätzende und demokratische Erziehungshaltung sowie um einen achtsamen und konsequenten Umgang miteinander. Mittelpunkt dieses Ansatzes ist die Entwicklung des Kindes, gestützt durch Ermutigung und das Gefühl der Zugehörigkeit. Dabei wird der Blick zunächst auf die sozialen Grundbedürfnisse des Kindes gelenkt. Wenn ich diese erkenne, kann ich das Kind in seinem störenden Verhalten verstehen lernen. Dadurch fällt es Müttern und Vätern leichter, Handlungs¬alternativen für alltägliche Konfliktsituationen zu entwickeln. Wichtig ist dabei jedoch auch, dass Eltern ihre eigenen Bedürfnisse nicht ganz aus dem Blick verlieren. Mütter und Väter erhalten im Kurs auch Anregungen, wie sie immer wieder gut für sich selber sorgen können.

Die praxisnahen Kess-Kurse finden in fünf Einheiten mit jeweils 2,5 Stunden statt – abends, vormittags oder nachmittags – teilweise auch mit Kinderbetreuung. Angeboten werden die Kurse in Kirchengemeinden, Kindergärten, Familienzentren, Krabbelgruppen, Mehrgenerationenhäusern … und in Kooperationen z.B. mit Volkshochschulen oder der Psychologischen Familienberatungsstelle der Caritas.

Im Kurs nehmen Mütter und Väter einzeln, gemeinsam als Paar, alleinerziehend oder in Patchworkfamilie lebend teil - unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Außer beim Kurs „Kess-erziehen: Staunen. Fragen. Gott entdecken“ spielen religiöse Inhalte keine Rolle.

Die Kess-Kurse werden in Ulm und zwischen Westerheim, Langenau, Munderkingen bzw. Dietenheim von 13 speziell ausgebildeten und zertifizierten Referentinnen und Referenten angeboten. Sie bringen ihre beruflichen Fachkompetenzen z.B. als Psychologin, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, SozialpädagogIn, Gestalttherapeutin, Heilpädagogin oder Erzieherin mit - und selbstverständlich ihre jeweiligen Erfahrungen als Mutter bzw. Vater!

Eine bundesweit durchgeführte Studie aus dem Jahr 2010 macht deutlich: Eltern fühlen sich nach dem Kurs auch langfristig weniger gestresst, lösen Konflikte mit ihren Kindern besser und können notwendige Grenzen leichter setzen. Weiterhin erleben Eltern eine positive Veränderung bei ihren Kindern sowie mehr Ausgeglichenheit – und insgesamt eine Stärkung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

Die Katholische Erwachsenenbildung in Ulm befragt seit über 10 Jahren ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach jedem Kurs ebenfalls. Die Zufriedenheit ist auch hier sehr, sehr groß. Einige Eltern beklagen jedoch, dass fünf Einheiten zu kurz sind.
Es ist jedoch fraglich, ob sich Mütter und Väter von vornherein für einen Kurs mit acht oder mehr Abenden anmelden würden. Es ist ja schon eine große Leistung, sich aus dem Erziehungsalltag für die fünf Treffen herauszunehmen – gerade bei noch kleinen Kindern. Die Anregungen der Kursleitung, die wertvollen Erfahrungen und der Austausch mit anderen Müttern und Vätern lohnen sich jedoch. Auch viele Väter schätzen diese Möglichkeit: 25 % der Kursteilnehmer sind männlich. Gerade bei Erziehungsthemen ist dies auch heute noch keine Selbstverständlichkeit.

Um dem Wunsch der Mütter und Väter nach mehr Erziehungsangeboten dennoch gerecht zu werden bietet die Katholische Erwachsenenbildung weitere Möglichkeiten an: Ehemalige Kess-Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer können sich unter der Leitung eines erfahrenen Referenten in einer Gruppe weiterhin treffen und einzelne Themen vertiefen bzw. sich über ihre Erfahrungen austauschen. Offen für alle interessierten Eltern oder Erzieherinnen (auch ohne Kess-Kurs-Erfahrung) sind z.B. Angebote zu den Themen Geschwisterkinder, Medienkompetenz, Umgang mit Konflikten, Kinder und Jugendliche beim Lernen begleiten und viele weitere mehr.

Alle Elternpaare wissen, wie schwer es ist, nicht nur Eltern, sondern auch Paar zu sein. Exklusive Zeit für Paare bietet die Katholische Erwachsenenbildung ebenfalls an, z.B. am 28. Januar 2017 im Kloster Untermarchtal „Als Paar ins neue Jahr: Bis hierhin – und wie weiter?“ diesmal mit dem Schwerpunktthema „Richtig streiten – aber wie?“, mit der Eltern-Paargruppe „Und jeden Tag ein bisschen mehr Liebe …“ oder der Stadtführung mit leckerem Essen am 14. Feburar 2017 „Valentinstag! Liebesgeschichten rund um Ulm.“

Das Land Baden-Württemberg fördert mit seinem Programm zur Stärkung der Erziehungskompetenz STÄRKE die „Kess-Kurse“ der Katholischen Erwachsenenbildung. Daher ist z.B. für Alleinerziehende, Familien in schwierigen finanziellen Verhältnissen, bei Arbeitslosigkeit oder mit Migrationshintergrund die Kursteilnahme kostenfrei möglich. Leider hat das Land Baden-Württemberg die STÄRKE-Gutscheine als Geschenk zur Geburt eines jeden Kindes eingestellt. Erfreulicherweise führte daraufhin die Stadt Ulm für ihre Eltern einen Ulmer Elternbildungsgutschein ein. Dieser Gutschein im Wert von 40 Euro kann bei der Katholischen Erwachsenenbildung ebenfalls eingelöst werden.

Neben den Kess-Kursen für Eltern gibt es auch berufsspezifische Weiterbildungen für Erzieherinnen und Ganztagsbetreuungskräfte in den Grundschulen. Basis ist auch hier die Individualpsychologie von Alfred Adler, weiterentwickelt von der Arbeitsgemeinschaft für Katholische Familienbildung (AKF) in Bonn, die die geschützte Marke „Kess-erziehen“ für die Elternangebote bundesweit 2003 konzipiert hat.

Auch für 2017 sind neue Kurse geplant. Informationen erhalten Sie bei der Katholischen Erwachsenenbildung Ulm und Alb-Donau-Kreis, Martina Wallisch-Kißmer, Olgastraße 137, 89073 Ulm, Telefon 0731-9206020, keb.ulm@drs.de oder auf dieser Homepage links unter Programm.



Link zum Artikel: http://www.keb-ulm.de?Page_ID=2&Article_ID=39

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Großartige Frauen der Ulmer Stadtgeschichte19.10.2017 - Stadtführung


Tänze aus aller Welt19.10.2017 - Offene Tanznachmittage


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Bildungswerk Alb-Donau-Kreis und Stadt Ulm e.V. | Weinhof 6 (vorübergehend bis Ende 2018)
Tel.: 0731 / 9 20 60 20
Anmeldung@keb-ulm.de
www.keb-ulm.de

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